Raubtiere im Fluchthilfegeschäft

verfasst von Manfred Willi Lerch, 12.01.2009, 19:59

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verfasst von CvD, 22.10.2006, 19:22

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Raubtiere im Fluchthilfegeschäft

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Geschrieben von Erna am 10.10.06 08:05


In einer alten Zeitung gefunden:

STERN Journal Geld & Sicherheit vom 24.3.1977

Ein Bericht von Herbert Uniewski



Wenn es Nacht wird im Tessin, kommen die Schlepper. Sie tragen Spezialwesten und
Rucksäcke vollgestopft mit Lire-Scheinen und schleichen auf geheimen Trampelpfaden
über die Berge am Lago Maggiore und am Luganer See.

Wo früher Kaffee und Zigaretten unverzollt über die Grenze gebracht wurden, blüht
der Devisenschmuggel. Denn seit in Italien die Wirtschaft am Boden liegt, die Inflation
galoppiert und ein Gesetz jedem Bürger verbietet, mehr als 35 000 Lire (etwa 125 Mark)
außer Landes zu bringen, lassen Zehntausende wohlhabende Italiener ihr ehrlich oder
anders verdientes Geld in den sichersten Tresor der Welt schaffen - in die Schweiz.

Der Schmuggel per pedes ist dabei noch die simpelste Form des illegalen Geldtransports.
Die Spezialisten der Branche, meist als Spediteure, Playboys oder Hobbypiloten getarnt,
verstecken Lire-Bündel in vollbeladene Lastzüge, kreuzen in schnellen Booten über den
Lago Maggiore oder starten mit Sportflugzeugen von hüben nach drüben.

Das Risiko, erwischt und eingesperrt zu werden, lassen sich die Geldschlepper
gut bezahlen. Je nach Entfernung und Schwierigkeitsgrad kassieren sie bis zu
30 Prozent der transportierten Summe - das macht für 1 Million geschmuggelte
Mark (270 Millionen Lire) 300 000 Mark Profit.

Den Banken und der Regierung in Bern ist es nicht so wichtig, auf welche Weise
und woher die Devisen in die eidgenössischen Tresore kommen - Hauptsache,
die Lire, Dollars, Pfunde und Mark fließen reichlich.

Denn die Alpenrepublik lebt vom Horten und Verwalten fremden Geldes, wem
immer es auch gehört - ob seriösen Geschäftsleuten, Steuerflüchtlingen,
Kriminellen, ob multinationalen Konzernen oder kommunistischen Regimen.

Der Mafiaboß ließ sich von scharfen Wolfshunden bewachen

Englands früherer Finanzminister George Brown beschimpfte die
eidgenössischen Bankiers und Finanzmakler als "gesichtslose Gnome".

Und der britische Lord Arran sekundierte, das skrupellose Geldmachen
sei in der Schweiz so zur nationalen Krankheit geworden, daß dort
"die Ungeborenen schon Geldscheine zählen können".

Aufs Geldzählen verstehen sich die Schweizer Gnome allemal.

So etwa die "Armesco AG" in der Züricher Ackersteinstraße 116, die
sich darauf spezialisiert hat, Geld aus dem Ausland heranzuschaffen.
Chef des zwielichtigen Unternehmens ist Hans Ullrich Lenzlinger,
der vor Jahren mit einer Fluchthilfeorganisation von sich reden
machte.

Zur Zeit - Lenzlinger sitzt wegen Nötigung und Körperverletzung
im Gefängnis - führt seine Frau Bernadette die Geschäfte.

In einer Altbauvilla, bewacht von Doggen und Geparden, überreicht
die dunkelhaarige Dame interessierten Besuchern einen Prospekt auf
Glanzpapier, in dem die "Armesco AG" verspricht:

"Wir bringen Ihre Wertsachen - Geld, Gold,
Silber, Juwelen, Diamanten - in Sicherheit."

Lenzlinger trifft genau den Ton, der bei seinen Kunden ankommt.

Er fragt: "Ist Ihre Zukunft in Gefahr?" - und gibt auch gleich die
Antwort:

"Exzessive Forderungen der Gewerkschaften sind eine Gefahr fürs Geschäft
und für den Privatbesitz. Was Sie während langer Zeit gespart haben, durch
harte Arbeit und den Mut zum Risiko, das wird Ihnen plötzlich genommen,
vergesellschaftet oder auf Null reduziert. Wir lösen die Probleme, wofür
wir ein eigenes Flugzeug, Schiffe und eine große Autoflotte zur Verfügung
haben.

Dank unserer hervorragenden Beziehungen zu allen großen Schweizer Banken
können wir Sie objektiv beraten und Ihre Zukunft aus der Gefahrenzone in
eine Zone diskreter Sicherheit transferieren."

Rhodesier und Südafrikaner sind zur Zeit besonders dankbare Armesco-Kunden.

Ihr Vermögen können sie nur illegal außer Landes schaffen,
denn sowohl in Rhodesien als auch in der Republik Südafrika
herrschen strenge Devisenausfuhrbestimmungen.

Lenzlinger's Kuriere nehmen ihnen den gefährlichen
Transport über die Grenzen ab und schleppen
Millionenwerte nach Zürich, Basel oder Genf.

In den USA haben sich ebenfalls Firmen darauf spezialisiert,
schwarze Gelder von Industriellen, Großgrundbesitzern und
Mafia-Bossen in die Schweiz zu bringen. Sie beschäftigen
ausschließlich weltgewandte, gutgekleidete Herren, die
niemand so leicht für Schmuggler halten würde.

Um den US-Steuerfahndern die Arbeit zu erschweren,
buchen sie nie einen Direktflug New York - Zürich,
sondern nehmen Umwege über Paris oder Hamburg
in Kauf.

Sie wohnen nur in erstklassigen Hotels und verdienen
jeweils zwei bis fünf Prozent der beförderten Summe.

In Lateinamerika werden gelegentlich sogar bis zu
50 Prozent Provision gezahlt, um schmutziges Geld
in die Schweiz transportieren zu lassen.

Einer der erfolgreichsten Geldtransporteure war
bis vor kurzem der Italiener Ettore Chiccellero.

Der Mafioso lebte unter falschem Namen in einer
festungsähnlichen Villa in Lugano, ließ sich von
"Gorillas" und bissigen Wolfshunden bewachen und
schleuste in versiegelten Transit-Lastern außer
Rauschgift und Diamanten auch von Entführern
erpreßte Millionen über die Grenze.

usw.

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Am 5. Februar 1979 wurde Hans Ulrich Lenzlinger, der sein
Fluchthilfeunternehmen unter dem Namen - Aramco AG -
betrieb, in seiner Villa in Zürich erschossen aufgefunden.


Man vermutete die Stasi hinter diesem plötzlichen Tod.

Was wußte "Bernadette", vermutlich der
Transvestit Bernhard, über diesen Fall?

Es ist eine feststehende Tatsache, daß das MfS auch
mit dem westlichen Rotlichtsumpf zusammenarbeitete,
wie z.B. mit den Westberliner Zuhältern Dittmann.

Diese Brüder waren im Fluchthilfegeschäft tätig,
wie Marion Detjen mitteilte.

Das MfS ließ auch durch " leichte Mädchen " Pensionen,
Bars und Bordelle in West-Berlin beobachten und legte
manchem Fluchthelfer so eine Spionin ins Bett.


Aber auch mit "Andersliebenden" arbeitete das MfS offenbar
zusammen, wie es hier mal ein gewisser Ruediger berichtete.

War der "Geschäftsmann" Hans Ulrich Lenzlinger gar der
geheimen Ost-West-Bande (Ost-West Dialog?), über die
ich schon mal orakelte, im Wege und störte deren großes
Geschäft mit der Lösegeld-Masche? (DDR - Freikauf?)


Copyright: Erna

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